Koptische Akademie in Bad Grund

 

Internat für altorientalische Jugendliche zur Universitätsvorbereitung

 

 

 

Das Internat ist konzipiert als Orientierungsstation für christlich-orthodoxe Jugendliche und junge Erwachsene beiderlei Geschlechts, die nach dem Abitur (bzw. einem gleichwertigen Schulabschluss) in ihren jeweiligen Heimatländern ein Studium an deutschen Hochschulen anstreben.

Die Zielgruppe sind insbesondere junge Christen und Christinnen, die der altorientalischen Kultgemeinschaft angehören. Dazu gehören die Kopten Ägyptens, die christlichen Syrer und Armenier, die Äthiopier und Eritreer und die indischen Thomas-Christen. Das Internat dient der Vorbereitung auf ein Studium in Deutschland. In Form eines Universitätsvorbereitungs-jahres (engl. University Foundation Year oder auch Gap Year) sollen die jungen Menschen bestmöglich auf das deutsche Hochschulsystem vorbereitet werden.

Die Institution wird von der koptischen Kirche in Deutschland getragen, und steht unter der Leitung Seiner Exzellenz Bischof Anba Damian, der zugleich der Oberste Repräsentant der Koptischen Kirche in Deutschland und Diözesanbischof für Norddeutschland ist. Sein Bischofssitz ist das Koptisch-Orthodoxe Kloster Höxter-Brenkhausen. Die Internatsleitung vor Ort übernehmen der Ägyptologe Prof. Dr. Rainer Hannig, der neben seiner Tätigkeit als Universitätsprofessor auch eine Ausbildung als Sozialarbeiter hat, und seine Frau Daniela Rutica M.A. (Ägyptologin).

Diese Art Internat ist in der koptischen Kirche bisher einzigartig, nur in Melbourne, Australien, existiert ein ähnlicher Ansatz, sodass eine große Nachfrage besteht. Weil christliche Schulabsolventen in vielen muslimisch geprägten Ländern, wie z.B. Kuwait oft benachteiligt werden, schicken viele Eltern ihre Kinder zum Studium ins Ausland. Deutschland ist als Studienstandort deshalb von besonderem Interesse, da die Studiengebühren hier sehr niedrig sind, während sie in englisch-sprachigen Ländern mittlerweile unerschwinglich geworden sind. Die Gebühren für ein vorbereitendes Internatsjahr werden  gerne bezahlt, wenn spätere Studiengebühren praktisch entfallen.

Die primäre Aufgabe des Internats besteht darin, die Jugendlichen auf ein Studium in Deutschland vorzubereiten. Dazu gehören in erster Linie exzellente Deutsch- und Englischkenntnisse (mündlich wie schriftlich), aber auch akademische Anforderungen und wissenschaftliche Arbeitsweisen, die unabdingbar sind für ein Studium in Deutschland (Referate halten, Powerpoints erstellen etc.).

Insbesondere soll bei der Studienwahl geholfen werden, indem den Jugendlichen Informationen zu den Studienmöglichkeiten in Deutschland vermittelt werden, die aus dem Ausland nur schwer oder gar nicht zugänglich sind. Weiterhin wollen wir bei der Bewerbung auf einen Studienplatz, sowie auch während des Studiums Hilfestellung leisten, und bei Bedarf ein fester Ansprechpartner bleiben.

Da die Jugendlichen im Allgemeinen weder über die Mobilität noch über die Individualität der europäischen Jugendlichen gleichen Alters verfügen, ist eine stabile Lern- und Lebensgemeinschaft mit klaren Regeln und gemeinsamen Ziel notwendig, d.h. ein strukturierter Tagesablauf in dem die Schüler lernen, sich wie in Deutschland üblich zu organisieren. Ein familiär-kulturelles Umfeld mit der Küche des Heimatlandes soll daher die Assimilation an eine ungewohnte Umgebung und Kultur ermöglichen. Ein Mittelpunkt des kulturellen Lebens wird auch die evangelische Kapelle in Bad Grund sein, die der koptischen Kirche überantwortet wurde.

Individuell und nach Begabung sollen die Jugendlichen gefördert werden, sich aber auch gemeinschaftlich in Sport oder Kultur engagieren. Ausflüge, Exkursionen, Besuche bei deutschen Familien und die Teilnahme an Studieninformationstagen werden zum Ziel haben, Deutschland, seine Bewohner und seine Universitäten kennen zu lernen.

Als Pflichtleistungskurse wird hauptsächlich Deutsch angeboten werden. Daneben werden auch Fächer angeboten, die konfessionell-gesellschaftliche Werte des Heimatlandes vermitteln, z.B. Religion und Geschichte. Parallel zur deutschen Sprache soll auch die Geschichte und Kultur Deutschlands und Europas vermittelt werden. Dies beinhaltet auch Kulturunterricht, Gesellschaftskunde und lokale Traditionen. So sollen Berührungsängste abgebaut und die kulturelle Vielfalt in Stadt und Land allmählich verständlich gemacht werden.

Durch den Umbau der ehemaligen Grundschule zum Internat wird auch eine kulturelle Bereicherung von Bad Grund verbunden sein. Dies beinhaltet zum einen die Wiederbelebung der ehemaligen evangelischen Kapelle am Rösteberg, die schon jetzt zur koptisch-orthodoxen Kirche umgewandelt wurde. Als Kirche des Hl. Minas und des Hl. Kirilius wird sie zudem zunehmend als koptisches Gemeindezentrum dienen, in dem auch ökumenische Gottesdienste und Feste gestaltet werden können. Mit dem Zuzug der ausländischen Studienanwärter wird auch die Kaufkraft in Bad Grund eine Steigerung erfahren. Nicht nur durch die Schüler selbst, sondern auch durch deren Besucher aus den reichen Golfstaaten.

 

Leiter:

S.E. Bischof Anba Damian,

Diözesanbischof von Norddeutschland, bundesweit für die Ökumene und im öffentlichen Leben

Koptisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland e.V.

E-Mail: bischof@koptisches-kloster-hoexter.de

Telefon: 05271/18905

Homepage: www.koptisches-kloster-brenkhausen.com

 

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Rainer Hannig: director@akopt.com

 

Adresse:

Koptische Akademie in Bad Grund

Im Teufelstal 4

D-37539 Bad Grund

 

Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage der Koptischen Akademie: www.akopt.com.


Integrationszentrum Nieheim

„Markus Haus“

 

Ausbildungsstätte für christliche Flüchtlinge

des Bildungswerks der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Norddeutschland

 

Leiter: S.E. Bischof Anba Damian,

Diözesanbischof von Norddeutschland, bundesweit für die Ökumene und im öffentlichen Leben

Koptisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland e.V.

E-Mail: bischof@koptisches-kloster-hoexter.de

Telefon: 05271/18905

Homepage: www.koptisches-kloster-brenkhausen.com

 

Ansprechpartner:

Elke Bruns

E-Mail: bruns-elke@t-online.de, Mobil: 0151/54754099           

Michael Hommes

E-Mail: RAHommes@aol.com, Mobil: 0172/2103758        

In dem Integrationszentrum Nieheim soll ein Spracherwerbs- und Berufsfindungszentrum, speziell für Menschen mit der Muttersprache Arabisch, Tigrigna, Amharisch und Geez gegründet werden, das Maßnahmen zur beruflichen Orientierung einbindet.

Der Erkenntnis folgend, dass der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration die Beherrschung der Sprache des Aufnahmelandes ist, soll in dieser Einrichtung das Rüstzeug für eine gelungene Eingliederung sowohl in die Gesellschaft als auch ins Arbeitsleben geliefert werden. Flüchtlinge mit einem Anerkennungsstatus erhalten Sprachunterricht, mit besonderem Schwerpunkt auf deutscher Umgangssprache und der Terminologie des jeweils angestrebten Berufes. Hie werden Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung als Grundlage des Zusammenlebens der Menschen in Deutschland vermittelt.

Der Schwerpunkt des Integrationszentrums Nieheim liegt in der Vorbereitung einer beruflichen Schulung nichtakademischer Arbeitnehmer. Das Konzept richtet sich an Flüchtlinge mit der Perspektive eines längerfristigen Lebens in Deutschland, können nur Auszubildende mit geklärten, diese Perspektive eröffnenden, Aufenthaltsstatus an diesem Programm teilnehmen.

Die Auszubildenden können verschiedenen Altersstufen angehören, da sie:

a) noch keinen Beruf erlernt haben.

b) umschulen müssen, da ihr erlernter Beruf in Deutschland nicht gefragt ist.

c) ihre Bildung und ihr Handwerk einen deutschen Standard benötigt.

 

Träger

Träger wird das Bildungswerk der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland (BwkKD gGmbH) sein. Das BwkKD gGmbH wird nach seiner Einrichtung als gemeinnützige Gesellschaft unter der maßgeblichen Leitung der koptisch-orthodoxen Kirche der Förderung der Integration christlicher Flüchtlinge in die deutsche Gesellschaft verschrieben sein.

 

Spracherwerb

Der Spracherwerb steht im Vordergrund der einjährigen Ausbildungsphase. Unterrichtet wird die deutsche Umgangssprache, damit die Auszubildenden sich im Alltag zurechtfinden können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt nach der Berufsfindungsphase in der Vermittlung der berufsspezifischen Fachtermini. Täglich erhalten die Auszubildenden 4 Stunden Sprachunterricht (2 Uhr vormittags und 2 Uhr nachmittags). Die Sprachkurse und Hausaufgaben werden von deutschen Lehrkräften vermittelt und korrigiert.

 

Integrationskurse

Zum wöchentlichen Pflichtprogramm gehört auch ein intensiver Integrationsunterricht, der von fremdsprachigen Lehrern vermittelt wird. Zusätzlich werden Filme gezeigt oder Ausflüge unternommen, um Deutschland kennenzulernen. Integrationskurse beinhalten deutsche Sitten und Gebräuche, Höflichkeitsformen, wie z.B. den Umgang zwischen den Geschlechtern, Deutschkurse, deutscher Arbeitsmarkt, Demokratie, Rechte und Pflichten, Steuern, Rechnungswesen, Berufserfahrung, Gesundheitsvorsorge, Schuldenprävention, Gewerkschaft und Berufsverbände etc.

Zusätzlich gibt es ein umfangreiches, vielseitiges Freizeitangebot.

 

Berufserfahrung und Berufsfindung

Ziel ist es, parallel zum Spracherwerb die Frage nach Berufsqualifikation zu entscheiden. Dazu müssen berufliche Fähigkeiten jedes Einzelnen eingeschätzt werden, wobei auch die mögliche Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen überprüft wird. Die Berufsfindung selbst wird entweder durch die Agentur für Arbeit durchgeführt oder geschieht mit Hilfe des Berufsbildungswerkes Brakel. In den Fällen, in denen Absolventen nach abgeschlossener Berufsausbildung in ihre Ursprungsländer zurückkehren, leistet das Berufsfindungszentrum darüber hinaus aktive Entwicklungshilfe.

 

Internat

Um längere Anreisezeiten zu vermeiden, können die Auszubildenden im Internat wohnen. Um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen, sind familiäre Wohngruppen vorgesehen, in denen heimatliches Essen, Musik und Religion geteilt werden können. Dabei sind die Auszubildenden in den Wohneinheiten auch selbst für Sauberkeit und Ordnung verantwortlich. Die Bewohner sollen alltägliche Aufgaben, wie einkaufen, Wäsche waschen, Freizeitgestaltung und vieles mehr, selbst unter Anleitung organisieren und so an den Standard des gesellschaftlichen Miteinanders in Deutschland herangeführt zu werden.

 

Kooperation

Ein Case Manager begleitet die Auszubildenden vom ersten Tag der Ausbildung an und begleitet sie bis zur Berufsbildung. Ist eine Lehrausbildung in einem deutschen Betrieb nicht möglich, werden sie an Berufsbildungswerke verwiesen. Mit dem Kolping Bildungswerk Brakel sind bereits Absprachen getroffen. Einige weitere Kooperationen sind geplant, in Sonderheit mit dem Servicepoint Höxter etc.

 

Praktika

Um einen Beruf kennenzulernen, wird der Case Manager die Auszubildenden bei der Suche nach einem Praktikumsplatz unterstützen.

 

Spezielle Frauenprogramme

Da das Lebensbild orientalischer Frauen sich oft auf das eigene Zuhause reduziert, sind spezielle Kurse für Frauen vorgesehen, um ihren Blick und ihre Bildung zu erweitern. Insbesondere die gesellschaftliche Stellung der Frau in westlichen Kulturen soll verdeutlicht und vermittelt werden, ohne jedoch die kulturelle Identität der Auszubildenden in Frage zu stellen.

 

Entscheidungshilfe

Am Ende der Ausbildungszeit wird unter Mitwirkung aller Ausbilder eine Beurteilung erstellt, inwieweit der oder die Auszubildende eingliederungsfähig ist.

Hierneben soll die erworbene Sprachkompetenz durch die Ablegung entsprechender Prüfungen bis zum Standard B2 innerhalb eines Jahres nachgewiesen werden.

Sollte die Beurteilung erhebliche Bedenken gegen eine Eingliederungsfähigkeit aufzeigen, so wird mit dem Auszubildenden auch erörtert, inwieweit eine Rückkehr in das Herkunftsland bessere Perspektiven eröffnet.