S.E. Bischof Anba Damian, Foto: © Jennifer Peppler
S.E. Bischof Anba Damian, Foto: © Jennifer Peppler

Seine Exzellenz Bischof Anba Damian

 

Diözesanbischof von Norddeutschland

Vertreter der Koptisch-Orthodoxen Kirche bundesweit

für die Ökumene und im öffentlichen Leben

 

Geburtsname: Refaat Ramzi Mikhail Fahmi

  Geburtsdatum: 15. März 1955

Geburtsort: Kairo, Ägypten

Familie: Sein Vater war Beamter im Gesundheitsministerium in Kairo (†1966), seine Mutter arbeitete als Schneiderin, er hat vier Schwestern

  Studium: Medizin, Ain-Shams Universität in Kairo

  1979 Studium-Abschluss

  Profaner Beruf: 1981 Anstellung als ziviler Arzt im amerikanischen Militärkrankenhaus in Stuttgart

  Facharztausbildung: 1982-1988 in Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Röntgendiagnostik, Kreiskrankenhaus Ludwigsburg

  ab 1988 Oberarzt in der Radiologie, Krankenhaus Mühlacker (Enzkreis)

  1991 Entscheidung für ein Leben als Mönch der Koptischen Kirche

  Mönchsweihe: 06.11.1992 im Anba Bischoi Kloster (Wadi el-Natrun) durch S.H. Papst Schenouda III.

1992 Entsendung nach Deutschland als Seelsorger und Priester für die in Deutschland geborenen koptisch-orthodoxen Jugendlichen in München,Trier und Hannover

22.12.1993 Übernahme der Klosterruine in Höxter-Brenkhausen vom Land Nordrhein-Westfalen für die Koptisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland; Beginn der Restaurierung seines Amtssitzes mit Unterstützung koptisch-orthodoxer Diakone aus Ägypten

  Bischofsweihe: 11.6.1995 in der Markus-Kathedrale in Kairo durch S.H. Papst Schenouda III. zum Generalbischof

    der Koptisch-Orthodoxen Kirche von Deutschland

1997-2007 stellvertretender Vorsitzender des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg

  2013 Ernennung zum Diözesanbischof für Norddeutschland durch S.H. Papst Tawadros II.


Weihnachtsbotschaft 2018 von S.E. Bischof Anba Damian

"Die Ankunft des Königs des Friedens"

Auch in diesem Jahr freuen wir uns auf ein neues Weihnachtsfest und damit auf die Ankunft unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus. Dieses Fest beinhaltet eine ganz besondere geistige Freude, da seine Geburt, sein Leben und sein Wirken hier auf Erden uns Christen bis heute eine unbesiegbare Kraft geben. Denn nur durch ihn haben wir die Hoffnung auf ein ewiges himmlisches Leben, wenn wir seinem Vorbild nachfolgen. Jesus Christus schenkt uns Menschen in jeglichen Lebenslagen nicht nur Kraft, sondern vor allem auch dauerhaften Frieden und Versöhnung mit unserem Schöpfer im Himmel, unseren Nächsten auf der Erde und mit uns selbst. So spricht der Engel zur Heiligen Jungfrau und Mutter Gottes: „Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.“ (Lukas 1,30-33)

Obwohl die Heilige Jungfrau Maria den Heiligen Geist empfangen hat und ihren Sohn als Erlöser der Welt geboren hat, hatte es Jesus Christus bereits zu Beginn seines Lebens nicht leicht. Kurz nach seiner Geburt wurde er von Herodes verfolgt, sodass seine Familie gezwungen war mit ihm zu fliehen und sein Heimatland zu verlassen. Ägypten hatte als einziges Land der Heiligen Familie vorübergehendes Asylrecht gewährt. Im Land der Pharaonen fand sie über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren Schutz und konnte so verschiedene Orte segnen.

In einem koptisch-orthodoxen Gottesdienst beten und bitten wir mehr als 51-mal für den Frieden Gottes. Auch als Vorbereitung für die Ankunft des Herrn ist der innere Frieden des einzelnen Menschen entscheidend. „Er selbst, der Gott des Friedens, heilige euch ganz und gar und bewahre euren Geist, eure Seele und euren Leib unversehrt, damit ihr ohne Tadel seid bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.“ (1. Thessalonicher 5,23)

Nur wenn wir in Frieden miteinander leben, können wir Freude, Hoffnung und Gottvertrauen empfinden. Und nur durch den Frieden und die Liebe können Hass und die damit verbundene Gewalt abgebaut und schließlich überwunden werden. „Lasst uns also dem nachjagen, was dem Frieden dient und der gegenseitigen Auferbauung!“ (Römer 14,19)

Betet und bittet, dass Gott allen Menschen und Völkern Frieden schenkt. „Trachtet nach Frieden mit allen und nach der Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14)

Anlässlich des Weihnachtsfestes wünsche ich Ihnen die himmlische Versöhnung Gottes mit den Menschen und mit sich selbst. So wie mir das Jesus-Kind in der Krippe für mein Herz und meine Seele inneren Frieden, Kraft, Licht, Freude, Segen und die Gnaden des Heiligen Geistes schenkt, so wünsche ich auch Ihnen inneren Frieden, Kraft und Freude auf die bevorstehende Ankunft unseres Herrn und Erlösers. Mögen Sie alle geistigen Reichtum und wahrhaftigen inneren Wohlstand erfahren.

Ich wünsche Ihnen von Herzen die Vollkommenheit des kommenden Königs des Friedens. Mögen Sie die reine Liebe Gottes und eine besinnliche Vorweihnachtszeit erleben sowie die Geburt Jesu Christi in Dankbarkeit und Glückseligkeit – auch in Liebe und Großzügigkeit für unsere Nächsten – begehen.

 

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Weihnachtsbotschaft Bischof 2018
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Auf ein Wort, Herr Bischof

Advent in der Wüste

(© Neue Westfälische vom 8./9. Dezember 2018)

"In der Zeit vom 25. November bis zum 7. Januar bereiten sich die orthodoxen Christen auf das Fest der Menschwerdung Christi vor, indem sie das Adventfasten begehen. Mit den anderen orthodoxen Christen feiern die Kopten das Weihnachtsfest in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar."

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Auf ein Wort, Herr Bischof
Advent, in der Wüste. NW 08.12.2018.pdf
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Osterbotschaft 2017 von S.E. Bischof Anba Damian

 

"Wir Kopten bleiben fest in unserem christlichen Glauben."

 

Wir sind koptisch-orthodoxe Christen, eine der ältesten Kirchen der Welt und eine Kirche der Märtyrer. In unserem Heimatland Ägypten entstand das Mönchtum. Dort sind die Wurzeln des Christentums als Wiege der Religion begründet. Wir leiden als Ureinwohner Ägyptens und direkte Nachfahren der Pharaonen, seit Jahrtausenden unter Gewalttaten religiöser Fanatiker und werden mit unterschiedlicher Intensität verfolgt und getötet. Ein Angriff gegen uns richtet sich auch gegen den Ursprung bzw. die Wurzel des christlichen Glaubens.

Am Palmsonntag dieses Jahres, beim Einzug Jesu Christi in Jerusalem, kamen 44 unserer Schwestern und Brüder ums Leben und 126 wurden verletzt. Darunter vorwiegend Frauen und Kinder. Die schrecklichen Attentate auf die Koptisch-Orthodoxe St. Georg-Kirche in Tanta und die St. Markus-Kathedrale in Alexandria haben einmal mehr gezeigt, wie fanatisch die Anhänger des sogenannten „Islamischen Staats“ (IS) sind. Wir sind zutiefst bestürzt und erschüttert, aber nicht hoffnungslos! Die terroristischen Anschläge sollen Aggression, Angst und Hass säen. Doch wir bleiben fest in unserem Glauben, in unserer Liebe und in unserer Hoffnung. Wir sind Christen und müssen unsere Welt vor Gewalt und Zerstörung bewahren. Denn Jesus spricht: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.“ (Joh 11,25f.)

Wir Kopten feiern in der Karwoche und an Ostern nicht das Fest eines mächtigen Königs auf einem prunkvollen Thron, sondern wir verehren einen bescheidenen Menschensohn, der durch die Gottesmutter Maria unsertwegen Fleisch angenommen hat. Wegen unserer Sünden und Verfehlungen wurde er ans Kreuz genagelt. In seiner scheinbaren Schwäche hat er uns Kraft gegeben. Durch seinen Tod hat er den Tod besiegt und uns die Erlösung und das ewige Leben geschenkt. In seinem Leiden lösen sich unsere Leiden auf. In seiner Auferstehung entsteht unsere Hoffnung auf die Auferstehung mit und in ihm. Unser Herr Jesus Christus ist der Gekreuzigte, dessen Leiden wir in der Karwoche begleiten und nachempfinden. Wir betrachten ihn am Kreuz und singen für ihn das Lied der Könige in pharaonischer Melodie voller Hingabe „Dir gebührt Ehre, Kraft, Segen und Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“

Wir beten für unsere verfolgten Schwestern und Brüder. Wir beten für sie, dass sie stark bleiben und ihr Leben in Zeiten der Bedrohung und Gewalt meistern. Wir beten für Trost, Beistand und Standhaftigkeit. Wir beten für unser Heimatland Ägypten, aber auch für Deutschland, in dem wir leben dürfen. Wir bitten um Rechte und Schutz für unsere Gemeinden. Wir danken für Solidarität und Unterstützung sowie für Hilfe jeder Art. Wir beten dafür, dass die Mächtigen und Starken ihre Augen nicht verschließen vor der Not, dem Leid und Elend dieser Welt, sondern besonnen handeln. Wir beten nicht nur für die Verstorbenen und deren Angehörige, sondern auch für die Gewalttäter, dass ihre Herzen das Böse erkennen und sich zum Guten wenden. Kein Kind wird als Gewalttäter geboren, sondern als Ebenbild Gottes. Wir beten für ihre religiöse Erziehung und Bildung im Sinne der Lehre von der Nächstenliebe. Wir beten dafür, dass alle Menschen von klein auf Barmherzigkeit erfahren und nicht den Weg der Gewalt gehen, sondern Jesus nachfolgen. Wir beten für ein friedliches Miteinander in Liebe, Freiheit, Toleranz und gegenseitigem Respekt. Wir beten für Vernunft und Weisheit.

Herr wir bitten dich um Vergebung unserer Sünden, die Sünden unserer Nächsten und die Sünden unserer Welt. Herr wir bitten dich vor allem auch um die Vergebung der Sünden, die wider Dich und Deine Schöpfung gerichtet sind. Herr wir bitten dich, dass die Menschen ihre Herzen für die wunderbaren Wege unseres Herrn öffnen.

An Ostern verschwinden alle Leiden der Menschheit in dem Leib Christi und wir stehen gemeinsam mit ihm auf. Wir feiern seine Auferstehung, die uns Hoffnung gibt, um mit ihm bis in alle Ewigkeit zu leben. Kein Attentäter der Welt kann uns unseren christlichen Glauben und unsere Hoffnung nehmen. Man kann uns töten, aber das ewige Leben kann uns niemand nehmen! Wir feiern das Osterfest als höchstes Fest der Christenheit: „Ostern ist das Siegesfest des ewigen Lebens“ (Gertrud von le Fort, katholische Schriftstellerin). Wir sind fest in unserem Glauben! Die österliche Botschaft der Auferstehung Jesu Christi bleibt in unseren Herzen lebendig! „Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!“


Hass nicht mit Hass beantworten
Angesichts von Terror und Gewalt rufen die norddeutschen Bischöfe in ihren Osterbotschaften zu Frieden und Versöhnung auf. Ein besonderes Zeichen setzt dabei der koptische Bischof für Deutschland, Anba Damian.

KirchenZeitung vom 28. April 2017)

"Wenige Tage nach den Anschlägen auf zwei koptische Kirchen in Ägypten, bei denen 46 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt wurden, warb Damian für ein friedliches Miteinander in Liebe, Freiheit, Toleranz und gegenseitigem Respekt. Hass dürfe nicht mit Hass beantwortet werden. „Wir bleiben fest in unserem Glauben, in unserer Liebe und in unserer Hoffnung.“ Christen müssten ihre Welt vor Gewalt und Zerstörung bewahren." [mehr lesen]

Anba Damian zu Ostern in Höxter: »Wir sind nicht hoffnungslos!«

Osterbotschaft: Koptischer Bischof will Terror mit Hoffnung trotzen

www.westfalen-blatt.de vom 15. April 2017)

"Höxter (dpa). Die koptisch-orthodoxe Kirche will Hass und Terror mit festem Glauben, Liebe und Hoffnung begegnen. Das ist der Kern einer am Samstag verbreiteten Osterbotschaft von Anba Damian, dem Generalbischof der koptischen Kirche in Deutschland, der im Kloster in Höxter-Brenkhausen lebt. " [mehr lesen]

 Koptischer Bischof gedenkt Ostern der Opfer in Ägypten.

Der Bischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian, hat an Ostern dazu aufgerufen, auf die Terroranschläge in Ägypten nicht mit Hass zu reagieren.

www.evangelisch.de)

"Die Anschläge sollten Aggression, Angst und Hass säen, erklärte Damian in seiner am Sonntag in Höxter veröffentlichten Osterbotschaft. "Doch wir bleiben fest in unserem Glauben, in unserer Liebe und in unserer Hoffnung." Christen müssten ihre Welt vor Gewalt und Zerstörung bewahren." [mehr lesen]